22.05.2008

Pfingsten in Bremerhaven


Alles verkauft, nur noch einen Wohnwagen Bj. 77 frisch vom Campingplatz Frielendorf, schnell einen frischen Tüvstempel draufgeklebt. Von Farmer die alte gelbe Honda und den Sprinter geborgt. Von Carmen die Triumph und von Wunderlich die BMW samt Werkstattmeister nach Bremerhaven, auf Hinnis Spielplatz für große Jungs gepackt.

Vereinfachte Anreise für John und DD. Die beiden in den 77er gesteckt, weil vorn im Sprinter ja die Maus, Carmen und der Reiter das Sitzgestühl belegten.

Matze, Paul und Thomas ( Wunderlichs Mann, eigens abgestellt für die Betreuung der BMW),waren schon vor Ort. Der Aufbau und das der Erfrischung dienliche Planquadrat, bestehend aus Plaste, Glas und Fluidum waren schnell erledigt. Zumal zu später Stund, noch Lars angeflogen kam und das Vorhaben redlich unterstützte.

Den Samstag nutzte John zum Langstreckentraining mit dem Rad. Seine EC Karte hat er auch noch grad ans Nordvolk gegeben um die strukturschwache Gegend, die seit Jahrhunderten von Fischfang, Prostitution und der Erpressung irakischer Reedereien lebt, wenigstens ein wenig zu stärken.

Farmer , Hanna, Martin Fernrohr, Thorsten, Theo und ihr Sohn reisten im Laufe des Wochenendes ebenfalls an. Wunderlich entsandt zur Verstärkung von Thomas, noch eine berittene Delegation seiner besten Kämpfer Richtung Fishtown.

So konnte im engsten Familienkreis das besinnliche Pfingstfest angegangen und gebührend gefeiert werden. Schon im Samstag regten sich erste Begierlichkeiten nach Carmens Aspirinvorrat.

Sonntag zum Training setzte ich erstmal Farmers alte gelbe Honda ein, um dann mit Triumpf und der BMW langsam nachzulegen. John, dessen Dame die Goltermänner in Pflege hatten, kam auf Anhieb mit den Zusatzadaptionen aus Vitus Händchen klar. Auch die Streckenführung, nicht gerade ein Quell der steten Entspannung, fand lobende Worte aus Johns Ansaugöffnung. Einzig einige Mitbewerber mussten aufgrund ihrer rohen Reiterkünste, etwas Kritik von John einstecken.

So ging der Tag seinem Ende entgegen und der Vorhof zur Hölle öffnete mit dem Einbruch der Finsternis seine Pforten.

Am Kampftag dann, waren alle Gewehre durchgeladen und der Blutdruck auf Vordermann gebracht.

Dame, Triumph und Klötenpony scharrten bereits frühmorgens etwas hyperaktiv mit den Pellen, Farmers alte Gelbe war raus aus dem Spiel, da sie nur zur Probefahrt mit nach Bremerhaven durfte. Farmer selbst, hatte ihr im letzten Sommer in Oschersleben die Flügel ihres Wasserpumpenrades gestutzt und sie stark zu schwitzen gebracht.

Der Tag wurde lustig. Die Rennen verliefen ohne ernste Verletzungen, unsere Truppe schlug sich sehr tapfer. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen und das Volk an der Straße hatte seine Freude. Die Paparazzi verlangten nach aufsteigenden Vorderrädern, der Rennleiter verdammte dies und drohte mit Ausschluss. Gewheelt wurde von nun an im stillen Kämmerchen und hinter der Halle, wo der Spaßverderber des Volkes Freud nicht einsehen konnte.

Würze ins Geschehen brachten die zahlreich an der Strecke versammelten und in MO- Säcke versteckten Strohballen. Der ein oder andere trat dann und wann aus seiner angedachten Reihe einen Schritt vor und konnte die gewählte Linie der Reiter samt ihrer Pferde nachhaltig beeinflussen. Dem Klötenpony sprang der erste vors Rad. Dem Reiter wurde mulmig und er rechnete mit dem Schlimmsten.

Nichts geschah. Das Klötenpony zerteilte ihn einfach mit dem Vorderrad, als wenn er gar nicht dagewesen wär, machte so den Weg für das Hinterrad frei.

Was Das Klötenpony mit seinem Reiter erleben sollte, wollte die Dame dann auch der Triumpf gönnen.

In der Einführungsrunde zu letzte Lauf fuhren John auf seiner Dame vor der Triumpf und ihrem Reiter durch die schnelle Strohballenschikane hinter der Halle ( da wo der Rennleiter leider keine Wheelys sehen durfte).

Die Dame, hellwach und etwas durchtreiben, schaute sich kurz um, sah die Triumph dicht hinter ihr und erlaubte sich einen kleinen Schabernack. Sie streckte ihre rechte Fußraste kurz etwas weiter nach rechts und bekam so das Seil des Strohballens zu fassen. Zerrte ihn mit einem kleinen Ruck aus seiner angestammten Position in Richtung Triumphs Vorderrad. Diese aber pennte noch etwas tranig, nach einem langen Renntag erschöpft vor sich hin und konnte so die Gelegenheit nicht nutzen, die ihr die listige Dame bot. Sich mit einem Sprung in die Luft dem geneigten Zuschauer in ihr ganzen Größe zu zeigen, sich die Beine zu vertreten und eine saubere Landung zum Besten geben. Der Ballen verfehlte die gewählte Linie der Triumph nur knapp.

Das sollte besser gehen….

 

 

 

Nach dem Start sollte alles schön werden.

Die Triumph, nun mit der Verfolgung einiger Flüchtlinge beschäftigt, wieder hinter der Halle unterwegs, dort wo sie der Rennleiter nicht sehen konnte, schmiedete einen Plan. Was das Klötenpony konnte, wollte sie auch können.

Sie wollte auch durch einen Strohballen fahren, wollte nicht noch einmal die Gelegenheit verpassen, die ihr die Dame mit ihrem Schabernack gegeben hatte. Wollte auch hellwach sein, sich den Zuschauer zeigen, ihren Reiter fühlen lassen, dass sie auch ein lebhaftes Wesen in sich birgt.

Der Plan ging auf. Ihr Reiter lenkte sie zielsicher, immer noch mit der Verfolgung der Flüchtlinge beschäftigt, nun mit sehr geringem Abstand, auf die schnelle Strohballenschikane hinter der Halle zu. Sicher, mindestens zwei der Flüchtlinge nach der Schikane zu fangen.

Als die Flüchtlinge durch die Schikane geeilt waren, sich der Verlauf der Strecke des Reiters Augen offenbarte, erkannte er das Spiel der Triumph. Unbeirrbar hatte sich die Triumph, klammheimlich und in aller Ruhe den letzten Strohballen am Schikanenausgang zum Ziel genommen. Sie wollte auch so sein, wie das Klötenpony und nun durfte sie. Der Reiter war überrascht und lies den Dingen ihren Lauf. Er nahm seine Rolle als Passagier an. Ihm war schnell klar, dass er die Triumph nun einfach machen lassen musste. Der Reiter dachte es wird so ähnlich werden, wie es für ihn bei dem Ritt durch den Ballen mit dem Klötenpony war und war vorbereitet.

Die Triumph überraschte ihn aber freudig, es wurde schöner. Sie hüpfte mit dem Reiter fast so hoch in den Himmel, wie es den Reiter einst geschleudert hat, als er mit dem Fön für die 24h vom Harzring üben wollte.

Die Triumph zeigte sich den anwesenden nordischen Motorsportfreunden in all ihrer Größe und Schönheit. Alle, sogar der Rennleiter, wenn er in ihre Richtung geschaut hätte, hätte sie über dem Hallendach in die Luft springen sehen.

Dem Reiter wurde just in dieser noch ruhige Flugphase, aber in Erwartung der ungewissen Landung dann doch mulmig. Er freute sich zwar darauf, vergaß aber vor Aufregung, dass hinter ihm noch ein weiterer Reiter nur darauf wartete, ihn selbst zu fangen. Vergaß während des schönen Fluges einen Gang runter zu schalten, um sich nach der Landung dem Angriff des verfolgenden Reiters zu erwehren.

Die Landung war des Reiters Sache nicht. Er musste in der Endphase des Fluges feststellen, dass er darauf keinen Einfluss nehmen durfte. Die Triumph lies es einfach nicht zu. Sie wollte es alleine machen. Genau so wie das Klötenpony.

Erst als wieder fester Boden unter des Reiters Füßen war, der Verfolger den Reiter samt Triumph gefangen hatte, konnte sich der Reiter aus seiner Fluglethargie reißen und wieder aktiv ins Geschehen eingreifen. Die Gänge sortieren und sich mit der Verfolgung eines weiteren Flüchtlings mehr befassen.

 
Schöne Pfingsten

Der Reiter