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13.09.2007
Autodrom Most

Am Donnerstag Abend bin ich zusammen mit Fritz, der Farmer seinen Planwagen pilotierte nach Tschechien gezuckelt um Freitag Renntraining und Supersport Rennen zu peitschen, genauso wie Samstag. Leider blieb der LKW in Kirchheim, da er auf dem Autobahnenfest mit Motorrad Hofmann Werbung Posen sollte.
Genau vor der Grenze sind wir auf Erich aufgelaufen, der mit seiner Kilo K5 auf dem Hänger und mit seinem davor gespannten Kombi, der ein selbst gezauberten Nummernschild erhalten hatte, da das richtige nicht mehr dran bleiben wollte, etwas Bange, dass der Aufmerksame Zöllner es nicht sieht.
Wir standen genau dahinter und konnten gut beobachten das der Aufmerksame Zöllner, wohl beim Lehrgang richtige und falsche Nummernschilder erkennen nicht teilgenommen hat und uns kaum das Lachen verkneifen konnten, als sein tschechischer Kollege schon zu uns rüber schielte.
Doch es ging ohne Probleme zügig über die Grenze.
In Tschechien angekommen haben wir beim erst größeren Fitschi Markt angelegt und uns mit „Stahlrohrrahmen“ Staropramen (Bier) versorgt, um sich gut für die Männerkurve nach Start/Ziel vorzubereiten, von der ich bis zu diesem Zeitpunkt nur gehört hatte.
Am Autodrom angekommen haben wir die Box eingeräumt und zusammen mit Otzi und seiner Freundin , Huby und Mechaniker, uns dran gemacht, die wenn wir die Kästen gestapelt hätte bis unter die Decke gereicht hätten, weg zu machen.... Vorbereitung für die schnelle links.
Am nächsten Tag war ich schon schön früh wach, da es sich im Planwagen nicht ganz so gut schlafen ließ, weil der kalte Winde durchpfiff. Nach kurzem Frühstück ging es zum Anmeldekram und Facherbesprechung, danach in das Kombi. Als ich zum ersten mal um den Kurs bin, wurde mir klar warum Männerkurve... sauschnell und dann am besten nicht zu weit raus kommen, also schräg fahren und dabei auf keinen Fall abfliegen, da man sonst bis in den Badesee nähe des Atomkraftwerks rutscht.... lieber nich. Deshalb muss man wie ein Mann am Lenker reißen, damit man im sechsten Gang das Moped in die Kurve zwingt.
Die Strecke ist sehr interessant und macht riesig Spaß.
An den Zeiten hab ich schon gesehen, dass fast alle schneller waren und ich nur drauf gehofft habe, die Qualifing fürs Supersport- Rennen schaffe. Hab dies geschafft und bin dann als dritt letzter an den Start gegangen. Das Rennen ging über 15 min. + 2 Runden. Komisch wie lang einen das vorkommen kann. Ich war zum Schluss total platt und war froh dass ich ins Ziel gekommen bin ohne einen Platz einzubüßen. Ich wurde aber leider noch, vom auf dem Platz 11. liegenden überrundet... heul. Fritz war einer der ersten die mich demoralisiert haben und landete auf dem 3. Platz. Meine Bestzeit war bis dahin eine 1:52. Die Spitze fuhr unter 1:40.
Nebenan in der Box hab ich bemerkt, dass noch jemand mit Handicap unterwegs ist und später auf der Ergebnisliste, ihn ein Platz vor mir entdeckt. Er hat die linke Hand verloren und fast die hälfte des Unterarms. Um zu pressen hat er ein Prothese mit der er sich mit dem Gegenstück, was am linken Lenker befestigt ist eingerastet. Diese Variante ist richtig gut gemacht und er kann Super damit arbeiten, was bei meiner Variante nicht ganz der Fall ist... nur leider kann ich dies nicht für mich Nachbauen, da ich die Hand noch dran hab und dafür nicht abscheiden möchte :-)
Für den nächsten Tag hab ich mir vorgenommen unter 1:50 zu fahren und denn anderen Handicap- Rider weg zu machen und nicht überrundet zu werden.
Also hab ich mir ordentlich Stahlrohrrahmen reingekippt um für den nächsten Tag schön locker zu werden.
Huby fuhr im R1 Cup.
Erich hat seinen Kilo im dritten Turn nicht mehr allein um den Kurs gekriegt, aber ihn trifft kein Schuld, Vorderrad eingeklappt. Also war er wie wild am basteln, damit der Ofen wieder feuern konnte.
Otzi, der zum ersten Mal seine neue gebrauchte CBR 600 RR richtig fuhr, wurde erst mal durch technische defekte, schlechte Vorbereitung und beschissenen Reifen geplagt und war fast nur am schrauben.
Am nächsten lief es schon besser und ich hab mich getraut an manchen Ecke Vollgas zu geben, wie es sich gehört und den Motor ausdrehen lassen, also hat sich schon schneller angefüllt. Mit dem Trickshifter hat die Schalterei eigentlich Super hingehauen, außer dass manchmal der Gang rausgeflogen ist oder es ein wenig geklackert hat, doch das war mit Sicherheit ein Bedienungsfehler, da diese Probleme nur Aufgetreten sind, als ich mich vor Erschöpfung einfach nur noch festgeklammert habe.
Das zweite SSP- Rennen stand an und ich starte wie das letzte aus der letzten Reihe. Ich bin ganz rechts an der Box lang gefahren und konnte schon vor der Männerkurve wirklich einige schnappen. Außen und beim Reinbremsen in die erste enge links konnte ich wieder einige wegmachen. Da dachte ich schon geil jetzt läuft’s und ich hol mir nach und nach noch einige. In der ersten Runde war ich noch schneller als die direkt vor mir liegenden und in der zweiten (meiner überhaupt schnellsten), wollte ich dann Anfangen die ersten zu holen aber ab da war das Pulver schon verschossen und ich merkte, dass es einfach nicht mehr ging. Alle Plätze die ich am Start gut gemacht hatte, musste ich nun Machtlos wieder hergeben. Ich wurde auch wieder überrundet und den Handicap- Rider konnte ich auch nicht halten... hab mich einfacher nur noch ins Ziel geschleppt. Das einzigste was ich mir vorgenommen hatte und auch halten konnte, war unter 1:50 zu fahren, mit einer 1:48. Damit war ich 10 Sekunden langsamer wie Fritz, der sich wieder den dritten Platz sicherte.
Erich fuhr Super Stock- Rennen und etablierte sich im Mittelfeld.
Otzi konnte den ganzen Tag schön seine RR schruppen.
Huby fuhr das 2. R1 Cup Rennen mit.
Ich hatte schön Spaß am Fahren auf der Rennstrecke in Most und werde nun mein Moped etwas lackieren, mir was mit einer anderen Bandage oder ähnlichen für die Hand einfallen lassen und einfach versuchen schnell zu werden. Auf jeden Fall mehr und länger fahren, damit ich lockerer auf dem Bike sitze.
GEC Most

Nachdem bisher in diesem Jahr alle GEC Starts, außer der von Erich und Hubi auf dem Lausitzring in die Hose gegangen sind, haben wir die Bälle schön flach gehalten und wollten in Most einen sauberen Auftritt zeigen.
Das Zeittraining lief so einigermaßen nach Plan. Fritz hat die Qualizeit mit der 600er gefahren und das Moped auf Platz 11 in der Startaufstellung gestellt.
Zum Rennen war die Piste nass, gestartet wurde also mit Regenreifen. Erich hatte sich um den Start gerissen und Hubi und Fritz haben zähneknirschend nachgegeben.
Erich ging ab wie ein Zäpfchen, kam nach einer Stunde auf Platz 3 liegend zum Fahrerwechsel in die Box. Weil die Piste langsam abtrocknete, aber immer noch zu feucht für Slicks war, ging Hubi noch mal für eine halbe Stund mit Regenpellen raus. Fritz hat seine R6 derweil auf Trockenreifen gestellt, um bei leicht sich abzeichnender trockener Ideallinie weiter Druck nach vorn zu machen. Das hat auch noch geklappt. Er hat seine 600er so ausgepresst, dass sie ihr Wasser nicht mehr richtig halten konnte. Nach seiner Stunde übergab er wieder an Erich, der seinen Liter nun noch härter melken wollte, als er es in seinem Startturn schon getan hatte. Bisweilen nutzte Fritz die Zeit um der Inkontinenz seiner R6 auf den Grund zu gehen. Der Fehler lag in der Mechanischen Dichtung der Wasserpumpe. Nachdem Hubi und Fritz fast die komplette Boxengasse nach einer Wasserpumpe zum ausborgen abgegrast hatten endete die Suche zunächst ergebnislos. Erich hatte den Liter mittlerweile auf Platz 2 vorgepresst.
Fritze ist dann noch mal zu den Russen, die eine komplette R6 ungenutzt in ihrer Box stehen hatten…. Nach kurzem Überreden durfte er sich die Wasserpumpe rausschrauben.
Davon wusste zu diesem Zeitpunkt Erich und Hubi nichts….. Erich wurde beim Anbremsen nach der schnelle Links von einem übermotivierten „ Ultraspät-Scheißegal-Bremser“ ins Kiesbett gehauen. Er bekam seinen Liter nicht mehr flott und joggte dann mit dem Transponder zurück zur Box. Fritz lag immer noch unter der Russen R6 und fummelte die Wasserpumpe raus. Hubi und Erich, denen zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, dass Fritz sein Moped wieder auf Vordermann kriegt, hielten eine Krisensitzung ab, beäugten schon mal den Kasten Schlappeseppel und entschieden aufgrund der trügerischen Tatsache, da sie nun nur noch Hubis Moped hatten, aufzugeben.
Wenig später kam Fritz, mit der vor Stolz geschwellten Brust eines Jägers, und der Russen- Wasserpumpe in der Hand zurück in die Box….
Hubi ist dann noch mal raus und hat einen Tank leergeschruppt. Durch den ganzen Triss mit der Wasserpumpe, den Sturz von Erich und die räudige Kommunikation sind die drei von Platz 2 auf Platz 22 zurück gefallen, haben über 10 Runden zur Spitze verloren.
Fritz ist dann mit der 600er noch mal raus um zu schauen, ob das Moped wieder dicht ist. Er hat bei seinem Turn einige male Gesamtbestzeit geschruppt. Das hat aber alles nicht geholfen. Nach einer Stunde Fahrt war das Team nur von Position 22 auf 20 vorgefahren.
Erich ist dann noch mal mit Fritzes Moped raus, weil er das eh mal fahren wollte und weil er sich den Sturz wieder aus dem Kopf schruppen wollte.
Hubi wurde vom Stammi für Motorshop Aalen abgeworben und konnte das Rennen, dann halt im „feindlichem Team“ mit Platz 4 beenden.
Beim nächsten mal wird alles besser.....
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