28.11.07

Bericht für Peugeot


Zuerst möchte ich die Helden des Peugeot Teams zum schon legendären 24h Rennen am Harzring zu Reinstedt vorstellen. Als da wären:  Pan Chin ( Cilli Liebhaber und Hyosung Cup Held), Hubertus Junker ( Endurance World Championchip), Helmut Freiberger (Briefträger), Erich Freiberger ( Endurance World Championchip) Marcus Blogger Schulz ( Filmemacher in Diensten des Industrieverbandes der Motorradindustrie) , Martin Grein (ganz alter Hase, Rennfahrer, Gentleman und Frauenversteher).
Unser Einsatz mit dem Werksgerät!!! war erst auf der allerletzten Rille zustande gekommen. Um so mehr wollen wir den verantwortlichen Damen und Herren im Hause Peugeot für die spontane Aktion danken.
Wir haben von Peugeot einen 125er Viertaktroller mit Kompressor und ein sehr reichhaltiges Ersatz- und Sturzteilsortiment mit auf den Weg bekommen.
Nach den Trainingssitzungen war ziemlich schnell klar, dass wir mit dem absolut serienmäßigen 125er gegen die doch heftigst getunten Mitbewerber einen schweren Stand haben würden. Schon im Training stellte sich nach einigen Runden heraus, dass der unter Rennbedingungen sehr früh aufsetzende Auspuff und der ebenfalls aufsetzende Antrieb dem sportlichen Ehrgeiz die Grenzen setzen würden.  Aber egal, wir waren mit am Start und wollten unser Bestes geben. So haben wir uns dann zum Ziel gesetzt, den Roller heile über die mörderische Distanz von 24 Stunden zu bringen.
Von der Konkurrenz wurde unser Kompressor- Fön ungläubig bestaunt. Sprüche wie: mit dem schafft Ihr doch keine 6h, perlten von uns ab, wie das Wasser vom frisch polierten Lack.
Wir ließen uns nicht verunsichern, stellten unseren erfahrendsten Mann in die Startaufstellung um gleich vom Startposition 18, den Druck auf die Konkurrenz aufzubauen. Nach einer Fahrzeit von sage und schreibe 2h 25min übergab unser alter Hase, Gentleman und Frauenversteher den Fön an den Marcus, den unheimlichen Blogger. Der überlebte die ersten 20 min, bis er sich mit dem Fön angefreundet hatte auch ganz gut. Dann wollte er die Rundenzeit des alten Hasen unterbieten, hatte aber die Rechnung ohne den aufsetzenden Roller gemacht. Der schneeweiße Dainese Kombi wurde eingeweiht, der Fön schleuderte über die Piste. Dies sollte der Auftakt zu einer nie erlebten Sturzorgie sein. Von nun an wurde der Roller fast von jedem seiner sechs Piloten in den Reinstedter Mutterboden versenkt. Die aufsetzenden Extremitäten des Rollers, verbunden mit dem reichlich im Umlauf befindlichen Adrenalin in der Piloten Blutgefäße, sorgten dafür.
Einzig der Roller und der alte Hase behielten einen kühlen Kopf und zogen wie am Schnürchen ihre Kreise. Zum Erstaunen vieler Konkurrenten, die verstärkt unsere Box aufsuchten, um dann festzustellen, dass der Roller trotz diverser Misshandlungen immer noch mit bei der Musik war, hatten wir die ersten 12h ohne einen einzigen technischen Defekt über die Runden gebracht.
Nach einigen weiteren Stürzen und einer sehr langen und zähen Nacht, machte das flüssige Fahren in den neuen Morgen einen ungeheuren Spaß. Gegen 7.30h verlangte die vordere Bremsanlage einen neuen Satz Bremsbeläge. Das waren auch schon alle Wartungsarbeiten, die während  der 24h Distanz erledigt werden mussten. Weder der Kompressor nebst Antrieb, noch die Kraftübertragung verlangte nach Zuwendung. Nur der optische Gesamteindruck litt deutlich durch jeden Sturz und die darauf folgenden Hau- Ruck- Reparaturen.
Nach 24h, einer 2h Pause während der Nacht ( alle Fahrer Wunden leckend und restlos platt, Roller wohl auf… ) kamen wir auf als 25. Team von gewerteten 28 ins Ziel. Allen Unkenrufen zum Trotz, hat der techn. sehr aufwendig, im Vergleich zur Konkurrenz dadurch auch etwas schwerer gebaute Roller sich absolut klasse aus der Affäre gezogen.
Unser ganz herzlicher Dank noch mal an die Peugeot Truppe, für die geleistete Unterstützung

Frank Spenner      


20.08.07

Von der Professionalität der Vorbereitung des schnellsten deutschen TT-Fahrers

 

ivm

 

Wie alle Jahre wieder, hat der nette ältere Herr, Bürgermeister, Kartbahnbetreiber, Hotelier und Rennleiter in Personalunion, zu Reinstedt, zum 24 h Rennen gerufen.
Peugeot Deutschland war dieses mal so nett, uns eine ihrer Waffen zu stellen, einen 125ccm viertakt Roller mit Kompressor. Die Goltermänner haben das Ding sofort auf den Prüfstand gezerrt und 15 PS am Rad aus dem Fön gepresst. Einziges Manko an dem Fön war sein tonnenschwerer Endtopf. Da musste Abhilfe her.
Im gut sortierten Handvorratslager fand sich ein passender Dämpfer der in Windeseile angepasst und befestigt war. Als I-Tüpfelchen war es sogar noch möglich, den Originaldämpfer zu montieren, falls die Rennesse verstürzt wird.

Conti hat uns sofort ohne lang rumzuzicken zwei Satz Sportreifen und eine fette Tüte mit Werbekrempel geschickt. Die Herren von Peugeot haben uns eine schöne Kiste mit Spezialwerkzeugen, Ersatzfelgen, Verschleiß- und Sturzteilen eingepackt. Beiden Firmen und natürlich den Goltermännern mein fetter Dank.

Im Rahmen der exzellenten Vorbereitungskampagne hab ich am Vorabend der Abreise die Conti- Pellen montiert. John war zu einer Probefahrt auf meiner KTM bei mir und hatte sichtlich Spaß daran die KTM über die Feldwege zu pressen.
Nach getaner Arbeit war es an der Zeit, John das infernalische Gebrüll aus Goltermanns Sportesse, montiert am Peugeot- Werksfön vorzuführen….

Kaum den Fön angeworfen, nur 10 Meter bis zur ersten Kurve verhalten beschleunigt, wollte ich am Kurvenausgang derer, die Esse brüllen lassen, dass John hören und sehen vergeht. So richtig infernalisch und männlich wollte ich den Gasgriff auswringen.
Mit 15 PS am Rad, Birkenstocks über den selbst gestrickten Socken, einer herrlichen MZ- Werkslatzhose und ein T-Shirt aus guten MOTO AKTIV Zeiten waren alle Sicherheitsvorkehrungen für ein solches akustisches Feuerwerk erfüllt. Der gute Arai Helm lag sicher im Regal im Flur.

Der Fön ging mit unglaublicher Vehemenz ans Gas, die Contis, nach 10 Metern sicher schon längst auf Betriebstemperatur, die Schmiere lang runter gefahren, ertrugen den Druck des mit Urgewalt einsetzenden Kompressors nicht. Selbst der Teer, an dieser Stelle extra rau und mit großen Poren versehen, schafften es nicht eine halbwegs feste Verbindung mit den Gummis aus Korbach einzugehen. Der Kompressoraufgeladene Löwe schmierte weg, bis der Lenker seinen Anschlag erreichte, erst dann wurden Gummi und Teer zu einer Einheit. Was zu diesem späten Zeitpunkt zu Folge hatte, dass ich einen Highsider erlebte, wie ich nie in meinem Leben einen hatte.
Ich glaub ich flog höher in den Himmel, als es der Kuhtreiber in Brünn tat, als er den todesmutig sich vor die Kuh werfenden Neuzugang Hubi überfuhr und darauf hin abflog.
Als ich durch die Wolkendecke zurück in Richtung der rauen Teerstelle flog, von der aus ich zu meinem Flug gestartet war, wurde mir mit einmal klar, dass es jetzt gleich äußerst unangenehm werden würde. Tat es auch.
Beide Birkenstöcke waren weg, aus der linken selbst Gestrickten lugte der große Onkel raus, die Werkshose hing in Streifen, dass T-Shirt hatte im Schulterbereich ein Loch. Der Fön lag auf der Gass und verlangte nach seinem Piloten, der ihn aufhebt und die Beschleunigungsorgie zu Ende bringt. Die Contis waren erstmal arbeitslos und drehten sich nur langsam im Licht der Abendsonne.
So kam es nun zum ersten mal seit Jahren, dass ich zu den 24h vom Harzring nicht an den Start gehen konnte. Einige Rippen waren im Sack, der Schleimbeutel am rechten Ellenbogen musste geflickt werden und der Arm bekam nach dem nähen einen Gips.

Fritz :-(

 

Pressemitteilung

Kasseler Team erfolgreich bei den 24 Stunden

 

siegerbile 24h harzring 2007

 

24 Stunden sind nicht nur die klassische Renndistanz in Le Mans. Auch im Harz wird ein solches Rennen gefahren. Auf dem Harz-Ring findet bereits seit 9 Jahren diese Distanz für Roller, Leichtkrafträder und Mopeds statt. Teams aus den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich , Italien und Deutschland stellen sich diesem harten Rennen. In diesem Jahr holte erstmals eine Mannschaft aus Kassel den Sieg in der stärksten Zweitaktklasse. Das Orchid Garden Team war nach mehr als 1000 zurückgelegten Runden Gesamtsieger bei den offenen 125ern und durfte den Riesen-Wanderpokal mit nach Kassel nehmen.

„Neun Rechts- und fünf Linkskurven hat die moderne über einen Klometer lange Outdoor Kartbahn. Pro Runde standen fast 30 Schaltvorgänge an. Verständlich dass alle Fahrer und Helfer nachher müde waren“, berichtet Teamchef Pan Chin nach dem Rennen. Doch trotz der Müdigkeit wurde nach der Zielankunft erstmal der Sieg gefeiert. Im letzten Jahr hatte das Team von Aprilla Deutschland die prestigeträchtige Klasse gewonnen. Die vom Chefmechaniker bestens vorbereitete
Yamaha TZR 125 lief die ganzen 24 Stunden problemlos. Lediglich nach einem Sturz fand ein unplanmäßiger Boxenstop mit Fahrerwechsel statt.
 „Sonst waren lediglich Sprit und Öl nachzufüllen, sowie einmal Reifen und Bremsbeläge zu wechseln,“ gab Teamtechniker Frank Haarmann zu Protokoll.  Zahlreiche Hersteller testen hier die Zuverlässigkeit ihrer Produkte und erstmals nahmen in diesem Jahr die Marken Tomos und AJP teil.
Unter den Mitstreitern befanden sich mit den WM-Piloten Dario Guisepetti, Arne Tode (sowie Deutscher Meister 2006), Stefan Merkens oder Rico Penzkofer auch mehrere Motorradprofis. Doch schnelle Rundenzeiten allein sind noch keine Garantie für den Sieg. „Bei einem Langstreckenrennen steht die Teamleistung im Vordergrund. Umso stolzer sind wir, dass wir schon im zweiten Anlauf den Sieg geholt haben,“ zeigten sich auch die Piloten zufrieden. Der riesige Pokal wird nun in Kassel im Thai-Restaurant Orchid-Garden in der Heßbergstrasse stehen, bevor er im nächsten Jahr beim 10 jährigen Jubiläum verteidigt werden soll.
Nähere Infos im Internet www.harzring.de

 

Auf dem Bild sind neben der eingesetzten Yamaha TZR125 von links:
Chefmchaniker Frank Haarmann, Teamchef und Fahrer Pan Chin, Rio Reisse, Helmut Freiberger "Lala", „Hubby“, Erich Freiberger "Erich" und Thomas Schönfelder "Schöni"