19.04.2008
1000 km Hockenheim
Eklig früh und mit einer Wetterprognose zum heulen, ging es dieses Jahr zur Auftaktveranstaltung nach Hockenheim.
Auf Vermittlung von Franz Pickenhahn konnten Schöni und ich in diesem Jahr erstmals eine BMW einsetzten.
Die Firma Wunderlich, in diesem Jahr auch Seriensponsor für die Seriensport-Meisterschaft, suchte zwei Fahrer, die den Boxer heile über die Distanz bringen.
Auf das Training, was traditionell ein Wochenende vor Ostern ist, wurde irgendwie verzichtet.
Schöni war im Urlaub und ich hab in Farmers Bauchladen gebuckelt. Wunderlich war sicher froh, dass der Boxer somit dieses Wochenende schon mal ohne die ersten Blessuren überlebt hatte.
So traf sich alle Beteiligten Karfreitag im Badischen.
Auf meine erste Frage nach den Kisten mit den Sturzteilen reagierten Wunderlichs Mannen nicht begeistert, aber doch sehr gefasst.
Die R1200R stand da, wie aus dem Ei gepellt. Gespart ist anders…
Vorn und hinten mit Ölhins auf das Stockmaß eines mittelschweren Ponys gebracht, hatte ich schon etwas bedenken, dass Schöni den Erdboden noch erreicht.
Da ganze Gerät war schön hergerichtet mit sinnvoll sportlichen Variationen aus Wunderlichs Ideenschmiede.
Von den Griffarmaturen, über Fahrwerk, Sturzschutz, bis hin zur hauseigenen Sitzbank war alles montiert was das Boxerleben an Annehmlichkeiten zu bieten hat.
Heizgriffe waren das am liebsten genutzte Extra des Tages.
Absolut fürsorglich hatte Erich Wunderlich selbst angewiesen, dass seine Mannen heizbare Unteranzüge und Lenkerstulpen für Schöni und mich einpackten.
Das Wetter besserte sich am Rennsamstag dann doch. Die Rennleitung hatte aus Wetter- und damit verbundenen Sicherheitsgründen den Start um eine Stunde nach hinten verlegt.
Außerdem wurde die Pflichtdistanz auf 40 Runden für die Dauerprüfung verkürzt.
Nach der ersten Stunde auf noch nasser Strecke, fing es an abzutrocknen und eine halbwegs trockene Linie lies die ersten vorsichtigen Schräglagen bei Außentemperaturen von gefühlten 8 Grad zu.
Somit war die Entscheidung, mit Straßen -Contis auszurücken absolut richtig.
Als Schöni den Boxer übernommen hatte, kam es nach nur einigen Runden zu Aussetzern während der Beschleunigungsphase. Beim Stop wurde dann der Fehler ausgelesen, die Batterie getauscht, hinten ein Rennreifen aufgezogen und der Tank für die 14 Sprintrunden aufgefüllt
.
Nach sehr gutem Start ging es in den ersten Runden vor bis auf Platz 6, als erneut der Fehlerteufel mit Aussetzern zuschlug.
Nach zwei Runden mit permanent sich verschlimmerndem Fahrverhalten habe ich dann entschieden aufzugeben.
Die Gefahr, dass während dem Beschleunigen ein anderer Fahrer in unser Heck einschlägt, war einfach zu groß.
Der Fehler war wohl ein sehr simpler. Beim starken Bremsen schwappt das Benzin in den vorderen Teil des Tanks, so dass die Benzinpumpe Luft zieht. Beim anschließenden Beschleunigen drückt es dann eine Luftblase durch das Kraftstoffsystem bis zu den Einspritzdüsen, was die Aussetzer verursacht.
Eine Lösung wird sein, entweder mit mehr Sprit zu fahren, oder um die Benzinpumpe herum ein Schwallblech einzubauen.
Wir, Schöni und ich, haben trotzdem viel Spaß mit unserer „Understatement-Maschine“ gehabt und konnten dem Publikum doch das ein oder andere schöne Manöver zeigen.
Auf diesem Weg möchten wir uns bei Erich Wunderlich und seiner Truppe ganz herzlich bedanken.
Vermutlich wird es beim Fischereihafenrennen in Bremerhaven schon den nächsten Einsatz mit der BMW R 1200R geben.
Ich freu mich drauf.
Fritz
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